Acht Wochen alternative Familien auf Koh Phangan/ Thailand

Zwei Monate verweilten wir gemeinsam mit vielen anderen Familie auf Koh Phangan, einer Insel im thailändischen Golf.

Diese Zeit brachte uns an unsere Grenzen und dennoch sind wir so dankbar. Zwei starke Monsunregen, unterschiedliche Erwartungen, inspirierende Gespräche, herzliche Menschen, spirituelle Momente, Neufindung unserer Familie. Mir würden sehr viel mehr Wortgruppen einfallen, um diese Zeit zu beschreiben. Aber fangen wir mal von vorn an.
Vorher sind wir drei Monate mehr oder weniger allein gereist. Insgesamt drei weiter Familien kreuzten bis dahin unseren Weg, die Zeit allein zeigte uns, dass sowohl wir Erwachsenen als auch unsere Kinder andere Menschen brauchen.

Natürlich gibt es Menschen, die immer und überall Freundschaften auf dieser Erde knüpfen können, denen sprachliche Barrieren nicht ausmachen und die mit den Lokals enge Bande knüpfen. Wir gehören nicht dazu. Deshalb entschieden wir uns, solche Kontakte zu suchen. Vor allem als alternativen Eltern besonders wichtig, Familien zu finden, die ähnlich mit ihren Kindern umgehen und die eine eine liebevolle Beziehung führen. Die Fit For Family bot diese Plattform und wir nahmen das Angebot dankend an. Sie lud ein zum Fit for Family Meetup, organisierte eine Resort zu günstigen Preisen und bot Erfahrungen und Kenntnisse auf der Insel an. Es klang herrlich, mit zirka 20 Familien und 50 Kindern Weihnachten feiern zu dürfen. Wir sehnten uns nach Gemeinschaft und wollten erproben, in wie weit wir gemeinschaftsfähig sind. In meiner Vorstellung treffen sich die Familien am Morgen zum Morgenkreis, planen den Tag (zusammen oder getrennt, jeder kann sich bei Bedarf irgendwo anschließen) und sitzen abends beisammen und lassen den Tag bei inspirieren Gesprächen ausklingen. Schnell stellte sich heraus, dass diese Vorstellungen einige teilten, aber andere nicht.

So bildeten sich schnell Grüppchen und die Aktivitäten wurden getrennt voneinander geplant. Mein Wunsch, nah zusammenzurücken trat in weite Ferne. Auch der anfängliche Gedanke, nicht verpassen zu wollen und überall dabei zu sein, führte dazu, dass ich meine Kernfamilie aus den Augen verlor und meine Kinder konsequent meine Aufmerksamkeit einforderten.


Und auf einmal machte es Peng. Nicht die Anderen sind dafür zuständig, dass meine Erwartungen erfüllt werden, sondern ich. Ich muss mich um meine Familie kümmern, erst dann kann ich nach Außen gehen und bin offen für Neues. Erst muss ich im Inneren aufräumen, mich meiner dunklen und blinden Flecken stellen. Dank lieber Menschen bekamen wir die Chance, einiger unserer Themen zu entdecken und erfuhren von Anja und Martin, wie wir diese Themen bearbeiten können. Dank der Initiative von Maike und Andrea fanden regelmäßige Frauen- und Männerkreise statt und wir durften unser inneres Kind kennenlernen und mit tiefgreifenden Verletzungen Frieden schließen. Die Erkenntnis, dass alles IN uns ist, das wir aus purer Liebe bestehen, war ein WOW Effekt. Nicht im Äußeren und auch tausende Gespräche finden wir Lösungen, sondern durch das reinhorchen in uns selbst. Es erschien total nebensächlich, mit welchen Erwartungen wir ankamen und das sie nicht erfüllt wurden. Denn wir bekamen so viel mehr geboten, als wir uns je erträumt hatten. Wir erkannten unsere wirklichen Träume, Sehnsüchte und erfuhren, was wir in Zukunft brauchen, um uns wohl zu fühlen. Gemeinschaft kann funktionieren, wenn die Erwartungen aller klar angesprochen werden und im Vorhinein geklärt wird, was erfüllt werden kann und was nicht. Dennoch sind wir dankbar, diesen Weg gemeinsam mit vielen anderen Familien gegangen zu sein und wahnsinnig viel mitgenommen zu haben. Nun heißt es, UNSEREN Weg finden und beschreiten. Wohin der gehen wird, wissen wir noch nicht. Tendenzen zeichnen sich ab, ein gemeinsames Ziel unserer Familie steht im Raum und nun heißt es, an der Umsetzung arbeiten und sich bewusst nicht zu enge Grenzen setzen, um die vielen Möglichkeiten, die sich ergeben, nutzen zu können. Wir sind unendlich dankbar für die wunderschönen Momente echter Freundschaft und sind uns sicher, dass wir viele Menschen wiedersehen werden.

Und vielleicht inspirieren auch dich diese Begegnungen: jeder Einzelne hat andere Beweggründe, dem alten System den Rücken zu kehren und jeder einzelne hat einen anderen Weg gefunden, seinem Herzen zu folgen. Einzig und allein zählt, dass du in Bewegung kommst. Nicht Gründe dagegen suchst, sondern einfach den ersten Schritt gehst. Denn am Ende des Lebens bereuen wir nicht die Dinge, die wir getan haben sondern die, die wir nicht gewagt haben.

In diesem Sinne. Lebt gemeinsam freier!

Eure Gemeinsam- frei- Leberfamilie