Eine Ruheoase auf Bali: Sidemen

Den zweiten Teil unserer Balireise haben wir in Sidemen verbracht. Als wir ankamen waren wir erst einmal geplättet: So eine Ruhe waren wir nicht gewöhnt. Umgeben von Reisfeldern, Bergen und ganz viel Grün saßen wir auf unserer Terrasse und lauschten den Geräuschen der Natur.

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Der Mittagshunger trieb uns auf die Straße und wir suchten nach eine günstigen Warnung. Hatten wir in Lovina für 10000-20000 Rupiah ein Nasi Goreng essen können, war es hier deutlich teuerer. Zum Schluss fanden wir aber ein nettes Warung, wo wir lecker und einiger Maßen günstig essen konnten. Nächster Halt sollte am Obststand sein, aber außer Bananen und einer Papaya gab es nichts. Beim Wasser das Gleiche, die Gallonen waren überteuert oder es gab keine vollen. Als nächstes begaben wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Das Suria Mulia haben wir im Voraus auf booking.com für zwei Nächte gebucht. Es beinhaltet zwei Bungalows mit einem atemberaubenden Blick auf der Terrasse. Unser Bungalow war zweigeschossig, eine steile Treppe führte in unser Schlafzimmer, eine weitere ins Kinderzimmer. Die Dielen waren etwas in die Jahre gekommen und teilweise sehr morsch. Im Outdoorbad wohnte eine große Spinne und führte zu einigen Kreischattacken. Ansonsten war es wirklich nett, das Personal sehr zuvorkommend und so durften die Kinder den ein oder anderen Pancake mehr essen am Morgen. Länger hier zu bleiben kam aber auf Grund der gefährlichen Treppe nicht in Frage, da Juri sich nicht frei bewegen konnte. Leider folgte bei der Suche ziemlich schnell die Ernüchterung. Entweder war es viel zu teuer oder es gab kein Pool und wenig Platz zum Spielen. Da die Kinder aber nicht auf einen Pool verzichten wollten, entschieden wir uns für einen Mittelweg: Villa Pelangi mit Pool und Frühstück für etwas mehr Geld, dafür aber genügend Platz und Grün drum herum und wir reduzierten den Aufenthalt in Sidemen auf zehn Tage.

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Was lernten wir in dieser Zeit? Jeder Platz, jeder Ort hat seine Berechtigung und eine Chance verdient. Wir verliebten uns immer mehr in diese Ruheoase und genossen das saftige Grün, die Tiergeräusche und das Wasserplätschern sehr.img_1683

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Wir wanderten quer Feld ein durch Reisfelder, entlang an Wassersystemen und durch reißende Flüsse.

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Verschiedene Tiere konnten wir beobachten, mit Locals sprechen und andere Reisende kennenlernen.

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Besonders Henri schloss Freundschaft mit dem 55- jährigen Holländer Frans und erlebte interessante Gespräche. Enrico und Emilia nutzen die Nähe zum Vulkan Agung und bestiegen ihn trotz ausbrechenden Magendarminfektes.

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Ich hab Respekt vor Emilia, dass sie trotz Übelkeit die zehn stündige Wanderung durchhielt und den 3142m hohen Berg bestiegen hat. Nachts um zwei Uhr wurden sie von Guide und Fahrer abgeholt, waren 8 Uhr oben auf dem Schichtvulkan und bestaunten die aufgehende Sonne und den weiten Blick. Bis Lombok konnte man schauen. Mittags um zwei waren sie endlich wieder zurück. Mich quälte auch der Infekt, die vier Jungs spielten zum Glück schön, so dass ich mich ausruhen konnte. Die nächsten zwei Tage erwischte uns es der Reihe nach (außer Tamo und Henri) und wir sorgten gegenseitig für uns, um gut genesen zu können.

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Mit der Zeit fanden wir genügend Lädchen, wo wir gutes und günstiges Essen herbekommen haben, vor allem das Nasi Campur der Warung Dave war sehr lecker. Obst besorgte Enrico uns auf dem Localmarket in der früh, denn er öffnet nur 4 Uhr bis 8 Uhr morgens seine Türen. So waren wir gut versorgt und wurden mehrmals vom Hotelpersonal befragt, ob wir uns wirklich selbst Essen zubereiten und wirklich einen Smoothiemaker mit haben. So verrückte Gäste scheinen noch nicht da gewesen zu sein. Wir erklärten ihnen, dass wir uns auf Weltreise befinden und nicht nur Urlaub machen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Im Urlaub lebt man oft wie die Made im Speck, gönnt den Kindern im mal ein Eis, besucht alle möglichen Attraktionen und ist jeden Tag aktiv. Wir haben uns für die Reise ein Monatsbudget gesetzt, mit dem wir haushalten müssen. Außerdem haben wir hier die Chance, alte Essgewohnheiten zu durchbrechen und uns gesünder zu ernähren. Vor allem der Verzicht auf Industriezucker steht ganz oben. Durch die Menge an Früchten ist uns dieser Zuckerentzug leichter gefallen als gedacht. So haben wir uns nun nach fast vier Wochen ohne Zucker mal ein Eis gegönnt und ein Stück rohveganen Kokoskuchen gegessen. Die Kinder sind viel ausgeglichener als zu Hause, was ich hauptsächlich auf die Ernährungsumstellung zurückführe. Sie fragen gar nicht mehr nach Eis oder Keksen. So reicht ihnen Obst, Rosinen oder Nüsse als gesunder Snack zwischendurch. Aber zurück zum Weltreisebudget. Eine weitere Einsparmöglichkeit ist, nur einmal am Tag essen zu gehen und das zweite Mal Essen to go von kleineren Warnungen oder Imbissen zu holen. Auch die Unternehmungen schränken wir ein und vermeiden teure Touristenziele. Der Zoo auf Bali kostet mehr als der Zoo in Deutschland und die Haltungsbedingungen sind sicher auch fraglich. Also versuchen wir die heimische Naturwelt lieber bei Unternehmungen zu entdecken. Dennoch gönnen wir uns den ein oder anderen Ausflug und wählen die Ziele bewusst aus, so dass für jeden etwas dabei ist und vor allem das Ziel, in die fremde Kultur einzutauchen, im Vordergrund steht. Der Kontakt mit den Einheimischen ist so wertvoll und lässt die Kinder viel lernen.

Kurzum: Sideman kann ich jedem Balireisenden ans Herz legen. Es ist noch sehr ursprünglich und die Ruhe und die Landschaft wird euch überwältigen. Leider wird das in den nächsten Jahren sicher immer mehr abnehmen, denn sie sind schon sehr am bauen.

Nach Sideman ging es für uns weiter in der spirituelle Zentrum Balis: Ubud. Was wir das erlebt haben, davor mehr in unserem nächsten Blogartikel.

Eure Gemeinsam frei Lebenfamilie

1 Comment

  1. Veröffentlich von Salima&Timo am 21. Oktober 2016 um 17:15

    Toll dass ihr den Zoo nicht unterstützt. Generell Zoo’s auf der ganzen Welt sind nie so gut zu den Tieren als wenn diese frei leben würden. Wir finden eure Reise interessant und sind gespannt auf viele weitere Videos und Blog’s von Euch. Liebe Grüße Salima & Timo von http://www.unser-neues-leben.com