Unser Flug nach Bali

Nun sind wir schon seid fast drei Wochen auf Bali und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. 

Bevor ich euch von unserer Zeit in den Tropen berichte, möchte ich euch kurz einen Einblick in die letzten Wochen und Tage vor unserem Abflug geben und unseren Flug Revue passieren lassen.

Es war noch viel zu erledigen, das Haus wollte leer geräumt werden, die letzten Dinge wurden verkauft und der Papierkram erledigt. Das Visum für Indonesien haben wir auf dem Postweg beantragt und die Reisepässe kamen eine Woche vor Abflug an. Es war eine Anspannung in der Luft und die Kinder mussten wir oft vertrösten, da wir wenig Zeit für sie hatten. 

Da wir uns kurzfristig entschieden, den Mietvertrag für unser Haus doch gänzlich zu kündigen, stapeln sich nun unsere letzten Habseligkeiten bei den Schwiegereltern auf dem Dachboden. Am Ende war es mehr, als gedacht. Aber gut, es ist nun mal ein Prozess, materielle Dinge loszulassen. Und ich bin mir sicher, dass wir später noch einiges mehr aussortieren werden.

Einige Termine und Treffen standen an. Unsere Freunde und Familie wollten uns ein letzten mal sehen und sich verabschieden. Den ein oder anderen sentimentalen Moment gab es, aber doch wussten wir alle, dass wir uns wiedersehen werden, irgendwann.

Das Wetter war die letzten Tage vor unserem Abflug sommerlich warm, so dass unser Lieblingsschwimmbad aufgesucht wurde. Wir verbrachten die Tage zwischen Räumen und Schwimmen gehen und hatten eine gute Balance, um nicht ganz überarbeitet zu werden.

Die letzten drei Nächte schliefen wir bei den Schwiegereltern auf einem Matratzenlager. Am Abreisetage verstauten wir unsere letzten Dinge und packten die Koffer fertig. Vier Gepäckstücke sind es geworden plus Handgepäck. Nach dem Mittagessen ging es für mich und drei Kinder zum Bahnhof, denn wir passen nicht alle in ein Auto. Das Reisen als Großfamilie ist gar nicht so einfach. Am Bahnhof in Berlin hat uns meine Schwester abgeholt und zum Flughafen begleitet. In Tegel trafen wir dann wieder den Rest der Familie und wir konnten die Koffer aufgeben. Doch der erster Schreck stand bevor, denn Tamo war nicht auf der Passagierliste. Da wir den Flug vor Tamo’s Geburt gebucht hatten, mussten wir ihn nachbuchen. Zum Glück konnten wir die Unterlagen vorzeigen und durften nach einigen Minuten doch unsere Koffer aufgeben. 

Danach hieß es Abschiednehmen von meiner Schwiegermutter und meiner Schwester. Die Tränen konnten nicht mehr zurückgehalten werden, doch wir waren viel zu angespannt, um uns länger unseren Gefühlen hinzugeben. Der nächste Zwischenfall ließ nicht lang auf sich warten. Beim Boarding fehlten die Karten von Henri und Colin. Die nächsten Schreckensminuten, waren es doch nur noch 15 Minuten bis zum Start. Durch die Diskussionen um Tamo’s Platz hat die Schalterbeamtin uns vergessen die Karten von den Zweien zu geben. Was lernen wir daraus? Immer alles nachzählen. Bei sieben Personen gar nicht so einfach. Die Karten wurden neu gedruckt und endlich ging es hinein ins Flugzeug. Puh, waren wir alle erleichtert. Hürden genommen. Zweieinhalb Stunden später landetet wir in Istanbul. Ein warme Luft wehte uns um Mitternacht entgegen. Nach endlosen Metern durch den riesigen Flughafen und dem Kauf zweier Wasserflaschen konnten wir schon ins nächste Flugzeug einsteigen. Wir waren alle müde, noch keiner hatte geschlafen (bis auf das Baby) und wir hofften auf eine Portion Schlaf während des zwölfstündigen Langstreckenflug nach Jakarta.  Die Kinder schliefen bald und auch ich bekam etwas Schlaf. Einzig und allein Enrico tat sich schwer mit dem Schlafen. Die Medien waren für unsere Kinder nicht so ansprechend wir erhofft, dennoch bekamen wir die Zeit gut rum. Nur Henri’s Magen tat der Flug nicht gut und so war die Papiertüte sein bester Freund. Im Landeanflug auf Jakarta ging die Sonne unter und es wirkte alles ziemlich duster. Den ganzen Tag haben wir in der Luft verbracht und wir sehnten uns alle nach einem richtigen Bett. Noch mussten wir aber noch etwas Zeit auf dem Flughafen verbringen, bevor wir in unseren letzten Flieger steigen konnten. Auch hier gab es wieder Probleme mit Tamo, aber durch die Hilfe vieler Indonesier konnte er dazugebucht werden und unsere Koffer wurden aufgenommen. Der Flughafen war riesig, viele Schritte waren nötig und wir fuhren mit einem Kleinbus zu einem Terminal etwas außerhalb. Da waren wir dann einen Sensation für die Chinesen und kamen uns vor wie Berühmtheiten, umringten und fotografierten sie uns alle. Im letzten Flieger saß Emilia mit den großen Jungs ganz hinten und wir mit den Babys ganz vorn. Gar nicht so einfach als Großfamilie zu reisen. Gegen Mitternacht balinesischer Zeit landeten wir endlich in Denpasar. Der Flughafen war ganz anderes als in Jakarta, viel kleiner und voller Traditionen. Raus aus dem Flughafen und die tropische Luft wehte uns um die Nase. Puh war uns heiß. Nachdem wir einigen Taxifahrer abgesagt hatten, verhandelten wir dann mit einem so lang, bis wir einen Preis bekamen, der für uns in Ordnung war. So ging es dann zehn Minuten mit dem Taxi zu unserer ersten Unterkunft mitten an der Hauptverkehrsstraße. Wow war das ein Verkehr. Und dauernd hupte es, dann die Balinesen fahren viel mit Gehör und warnen so ihre Mitverkehrsteilnehmer vor. Trotz des Lärms schliefen wir schnell ein und freuten uns alle auf den Pool am nächsten Morgen. 

 

 

Was sind nun unsere Erfahrungen zu einem Langstreckenflug als Großfamilie?

 

1. Nur wenig Spielzeug mitnehmen! 

Wir hatten einen ganzen Trunki Koffer voller Spielzeug als Handgepäck dabei. Völlig unnötig. Wir öffneten ihn kein einziges Mal. Ein paar Kleinigkeiten in der Handtasche reichten völlig aus: Kleiner Malblock mit wenigen Stiften, Pixibuch und vielleicht noch das Handy mit Hörspiele und Spielen.

Wir bekamen von den Fluggesellschaften immer ein kleines Geschenk für die Kinder und dieses war sehr spannend für sie. 

Der Bildschirm zum Filme schauen und Spiele spielen war nur Zeitweise interessant. Die Hoffnung, dass die Kinder viele Kinderfilme schauen und dadurch einige Zeit vergeht, gab ich schnell auf. Die Kinderspiele wurden ausprobiert, aber auch hier gab es keine dauerhafte Begeisterung. Unendlich viele Hörspiele (Unser Tipp: Youtube!) haben wir im Vorfeld auf die Handys geladen, doch auch diese wurden kaum benutzt. 

 

2. Etwas zum Knabbern für die Kinder dabei haben.

Das sorgte immer mal für kurzzeitige Ablenkung und Beschäftigung. Außerdem gab es zwar Essen im Flugzeug, aber nur zu vorgegebenen Zeiten. Wenn die Kinder zwischendurch Hunger bekommen, konnten sie Quetschies, Fruchtriegel, Trockenobst oder Dinkelstangen zu sich nehmen. Wasserflaschen bekommt man im Flugzeug auf Nachfrage.

 

3. Der Zwiebellock hat sich bewährt.

Dünne, bequeme Kleidung ist optimal. Dazu noch eine Fleecejacke, wenn die Klimaanlage im Flugzeug zu kalte Luft erzeugt. Wir haben uns dann jedoch in die Decken eingekuschelt. Halstücher und Socken haben wir nicht benötigt, obwohl dieses oft empfohlen wurde. 

 

4. Baby und Kleinkind auf dem Schoß anschnallen.

Das war mit der schwierigste Part. Tamo habe ich bei Start und Ladung gestillt, so hatte er keine Probleme mit den Druckausgleich. Bei unserem fast Zweijährigen war es schwieriger. Er wollte lieber zur Mama und keinesfalls bei Papa angeschnallt werden. So gab es doch einige Tränen und Versuche der anderen Passagiere, das Schreien abzustellen (nein, er wollte nichts trinken  und nein danke, er möchte auch kein Bonbon haben). Das Schlafen mit Kindern auf dem Schoss ist natürlich nicht so sehr bequem, dennoch haben die Kleinen dadurch gut schlafen können. Wir würden also jederzeit wieder so reisen und nicht extra einen teuren Platz für ein Baby oder Kleinkind buchen. Beim nächsten Flug ist Juri schon zwei Jahre alt und benötigt einen eigenen Platz. Ich bin gespannt, ob er sich da leichter anschnallen lässt.

 

Habt ihr Fragen zu unserem Langstreckenflug als Großfamilie? Wir freuen uns über eure Kommentare.

Eure Gemeinsam frei Lebenfamilie

2 Comments

  1. Veröffentlich von Nina am 21. September 2016 um 08:56

    Huhu, als Großfamilie nicht, aber als dreiköpfige Familie. Ich werde bei euch öfters mal reinschauen. Aber ein Tipp: Den extra Sitzplatz bucht man nicht nur wegen der Bequemlichkeit, sondern weil es für die Kinder sicherer ist dort mit einem Caresgurt angeschnallt zu werden, als auf deinem schoß zu sitzen. Im Falle einer starken Bremsung oder warum auch immer, kann das Kleinkind von dem Hüftgurt verletzt werden.

    Vg, Nina



    • Veröffentlich von Enrico Otto am 22. September 2016 um 06:02

      Ja, dass ist ein guter Hinweise. Danke dir.
      Liebe Grüße Mandy