Unsere Zeit im Norden Balis

Die ersten zwei Nächte übernachteten wir zehn Minuten südlich vom Flughaben im Coco de Heaven. Wir wurden von einem tropischen Regen begrüßt und es war total warm draußen. Ein Glück erzeugte die Klimaanlage im Zimmer kühle Luft, so dass wir gut schlafen konnten. Nur der Lärm der Straße nervte manchmal, hupten dauern irgendwelche Autos und Roller. Der Pool entschädigte dafür und so verbrachten wir den ersten Tag fast nur am und im Pool.img_0352

 

Dennoch brauchten wir Wasser und freuten uns auf die tropischen Früchte. Wasser bekamen wir im nahe gelegenen Supermark, Früchte suchten wir vergebens. Der Verkehr war der Wahnsinn, dennoch trauten wir uns todesmutig über die Straße. Außerdem mussten wir noch einen Fahrer für den nächsten Tag finden. Leider gab es keine Taxistation in der Nähe. Ich erinnerte mich an einen Facebookkontakt, welche mir die Nummer eines Fahrers geschickt hatte. Ich schrieb ihn via Whatsapp an, leider fuhr er den nächsten Tag schon für eine andere Familie. Aber er vermittelte mir einen Freund, der uns für 45€ am nächsten Tag 3,5 Stunden in den Norden von Bali fuhr. Nach dem Abendessen ging es für uns ins Bett. Den nächsten Morgen verschliefen wir total, erwachten kurz vor zehn, packten schnell unsere Sachen und aßen noch etwas von unseren Frühstück. Dann stand schon der Fahrer bereit, soviel zu balinesischen Pünktlichkeit. Die Fahrt verging recht zügig, waren die Kinder doch noch sehr müde von Jetlag und schliefen viel. Nur Colin’s Magen ging es nicht gut und er sehnte ein Ankommen herbei.

Im Bagus Homestay wurden wir herzlich von Bianca von der Roadfamily begrüßt, wir bekamen unsere ersten Bananen von Gerald geschenkt und sie fuhren mit Enrico Früchte holen. Endlich frisches Obst. Es war köstlich und nach der Abkühlung im Pool ging es uns endlich besser.

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Das Zimmer war recht groß, wir haben ein großes Doppelbett und zwei Matratzen, außerdem einen großen Kleiderschrank und ein Bad mit Wanne. Der Garten ist riesig und die Kinder können sich frei bewegen.

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Außerdem liegt die Anlage direkt am Meer. Einfach idyllisch.

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Wir fühlten uns gleich wohl. Wir beschlossen, länger zu bleiben als die eigentlich geplanten zwei Wochen. Erstmal Ankommen im neuen Leben und viel Zeit mit den Kindern verbringen. So entwickelte sich schnell ein neuer Alltag für uns, wir kannten bald dank unseren Freunden gute Läden und Stände zum Einkaufen, Obst besorgen und Essen gehen. Das Warnung Lina und das Baturiti Resto können wir wärmsten empfehlen. Für 6-10€ konnten wir hier alle problemlos Essen. An kleinen Ständen bezahlten wir sogar nur zwischen 2-7€ für ein Mittagessen für uns sieben. Das Wasser haben wir in Gallonen gekauft für umgerechnet 70 Cent. Das Obst an den Ständen kostet zwischen 1-2 € (10 Bananen ca. 70 Cent, 1 kg Mango für 2€, eine Drachenfrucht für 1 € und ein Kilo Melone 30 Cent). Zwei Roller haben wir uns gemietet, um mobil zu sein.

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Eigentlich war dies erst für Thailand geplant, aber hier muss man mobil sein. Außerdem konnten wir so auch einige Ausflüge unternehmen, ohne uns einen „teureres“ Taxi nehmen zu müssen. Wir haben uns den buddhistischen Tempel und den Sing Sing Wasserfall (leider ohne viel Wasser) angeschaut. Einen Ausflug zum Lovisa Strand, zum Lovina Festival und zum traditionellen Markt nach Singarara unternahmen wir. Alles Unternehmungen, um in die fremde Kultur einzutauchen. Die Kinder öffnen sich langsam gegenüber den Einheimischen. Sie sind aber auch so freundlich, finden unsere Kinderschar herrlich und erzählen von ihren Kindern. Haben wir doch sehr zurückhaltende, schüchterne Kinder, so fangen auch sie an langsam zu antworten, wenn jemand fragt, wie sie heißen, winken und lächeln zurück und gehen so erste Kontakte ein und üben englische Vokabeln. Vor allem der Staff vom Homestay wurde zu einem Freund und brachte dem Kindern Zaubertricks bei.

   img_1600 Fasziniert bestaunten sie seine Magie. Außerdem erzählte er uns viel zu der Schulsituation in Bali. Auch hier herrscht eine Klassengesellschaft und für eine gute Bildung muss man zahlen.

Einen weiteren größere Ausflug haben wir mit dem Boot zu den Delfinen unternommen. Noch vor Sonnenaufgang sind wir mit dem Roller zum Strand gefahren und wurden von einem Fischerboot abgeholt. Es war ein atemberaubend schöner Momente, die Delfine neben dem Boot springen zu sehen und mir standen Tränen der Rührung in den Augen.

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Die Kinder schauten fasziniert und erzählen jetzt noch jedem von dem Erlebnis.  Danach ging es zu einem Riff zum Schnorcheln. Sehr viele verschiedenfarbige Fische konnten wir erblicken, blaue Seesterne und Korallen. Ein weiterer Gänsehautmoment, der im Herzen bleiben wird.

Einmal haben wir uns dann aber doch ein Guide inklusive Auto gegönnt und sind die touristischen Ziele der Gegend abgefahren. Frühes halb acht ging es los. Zuerst lagen zwei Tempel auf dem Weg und der Guide hat uns viel über den Glauben, die Götter und die holländische Besetzung erzählt. So wurde ein Tempel rekonstruiert und dabei die Holländer im Auto oder Boot mit eingebaut.

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Balinesische Brautpaare durften wir bewundern und sie waren so anders gekleidet. Passend zu Bali: bunt, geschminkt und voller Schmuck.

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Die nächste Station war der höchste Wasserfall Balis, der Sekumpul Wasserfall. 350 Stufen wurden zuerst abwärts erklungen und den Fluss durchquerten wir barfuß, ehe wir am Wasserfall standen. Eigentlich wurde uns von der Wanderung mit Kindern abgeraten, aber nachdem der SingSing Wasserfall eher eine Enttäuschung für uns war (kaum Wasser), wollten die Kinder unbedingt einen richtigen Wasserfall entdecken. Colin betrachtete schon auf dem Hinweg sehr missmutig den Rückweg. Dennoch ließ er sich die Freude am nicht nehmen und wagte zumindest dem Versuch, im Becken zu baden. Das Wasser war kalt und schon auf den Weg dahin wurde man nass. Das Gefühl war wundervoll und erfrischend. Frohen Mutes ging es Richtung Auto, doch die Stufen waren sehr anstrengend und die Beine wurden schwerer. Dennoch kamen wir nach insgesamt drei Stunden Wanderung wieder am Parkplatz an und waren sehr stolz auf unsere Kinder. Solche Erlebnisse bleiben hoffentlich für immer im Herzen.

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Eine Gongschmiede besuchten wir nur kurz und durften das balinesische Instrument ausprobieren und uns etwas vorspielen lassen. Aus Bronze wird es gegossen und bei Zeremonien ist es oft klanglich zu vernehmen.

Die Jungs waren alle so erschöpft, dass sie im Auto einschliefen. Der nächste Halt war zum Glück etwas weiter entfernt, so dass sie gut ausgeruht in der Wahrung ankamen. Es war ein tolles Restaurant, mit großen Spielplatz für die Kinder und es gab ausnahmsweise mal europäisches Essen (die Preise sind natürlich angepasst).

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Als letztes wollten wir uns den bekannten Wassertempel Pura Ulun Danu anschauen. Ein plötzlicher Regenschauer überraschte uns, so dass wir einige Zeit warten mussten und uns dann mit den Menschenmassen mit schieben ließen. Der Tempel war schön anzuschauen, dennoch war es uns etwas zu touristische.

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Auf dem Rückweg gab es noch einen kurzen Halt am Aussichtspunkt auf die Twinlakes.

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Erschöpft kamen wir kurz vor 18 Uhr am Homestay an und vielen bald ins Bett.

Ansonsten genießen wir hier unseren „Alltag“, frühstücken frühs unser selbstgemachtes Müsli auf der Terrasse, besorgen danach das Nötigste, planschen gemeinsam im Pool, spielen mit Wasser und dem Sand am Strand und gehen Essen. Zwischendurch bleibt viel Zeit für den Einzelnen und für individuelle Vorlieben.

Bali und vor allem das Homestay in Lovina ist unser Empfehlung für alle die, die erstmal ankommen wollen. Natürlich ist Bali sehr touristisch, dies hat aber den Vorteil, dass es auch gut erschlossen ist, man vieles vor Ort bekommt und die Versorgung recht gut ist. Der Norden ist viel ruhiger als der Süden. Der Strand und das Meer ist geeignet für Kinder, da es keine großen Wellen gibt. Dennoch gibt es sicher viel schönere Badestrände auf der Welt. Der Garten und der Pool des Homestay sind ein Paradies für die Kleinen und sie können sich hier frei bewegen. Überhaupt sind die Kinder hier gut angekommen und fühlen sich sehr wohl. Nachdem bis zum Schluss vor unserer Reise eine gewisse Skepsis gegenüber dem Vorhaben da war, ist diese gänzlich verfolgen. Sie genießen die Freiheit hier in vollen Zügen und haben keine Sehnsucht nach ihrem Zuhause. Mit den Großeltern skypen sie ab und zu, haben da aber noch kein großes Bedürfnis nach. Unsere Tochter schreibt regelmäßig mit ihren Freunden via Handy, findet ihr Leben hier aber sonst sehr cool und muss sich erst einfinden in das schulfreie Leben und ihre Interessen wiederfinden. Die zwei großen Jungs spielen wunderbar in ihrer eigenen Welt und lernen jeden Tag etwas dazu. Der zweitkleinste ist immer überall dabei und spielt am liebsten mit den Wasserschläuchen. Und unser Baby bestaunt die Welt und seine Geschwister. Er wächst und gedeiht, findet seine Hände faszinierend und kullert sich auf die Seite.

 

Unser bisheriges Fazit zum Reisen als Großfamilie:

Uns reicht ein Zimmer mit zusätzlichen Matratzen völlig aus. Den größten Teil des Tages sind wir im Freien, so dass so wenig Platz nicht stört und abends schliefen die Kleinsten zeitiger und wir waren entweder auf der Terrasse oder spielten im Zimmer noch etwas.

Rollerfahren funktioniert als Großfamilie super, bereitet der Kindern Freude und man ist günstig mobil (für zwei Roller bezahlen wir zwischen 3,50-6€ am Tag).

Frühstück in der Unterkunft buchen wir meist nicht mit, da es eh nicht so gesund ist und lang satt macht. Dadurch kann man den Zimmerpreis meist etwas runterhandeln. Viel lieber essen wir selbstgemachtes Müsli.

In Lovina haben wir ca. 1600€ im Monat ausgegeben (inklusive Ausflüge). Wenn man länger an einem Platz bleibt, wird vor allem die Unterkunft und das Rollenmieten günstiger. Außerdem kennt man den Preise an Obstständen etc. und braucht nicht jedes Mal neu verhandeln.

Wie ihr seht: Es geht uns gut und Bali ist der perfekte Ausgangspunkt für unsere Reise. Nach vier Wochen in Lovina / Nordbali geht es für uns weiter in den Osten nach Sideman. Wir sind gespannt, was uns da erwartet.

Wir freuen uns über Kommentare und neue Abonneten. Eure Gemeinsam frei Lebenfamilie

4 Comments

  1. Veröffentlich von Katrin am 6. Oktober 2016 um 07:53

    So großartig! Bitte berichtet unbedingt weiter!



    • Veröffentlich von Enrico Otto am 14. Oktober 2016 um 16:42

      Danke liebe Katrin. 🙂



  2. Veröffentlich von Dagmar am 6. Oktober 2016 um 21:45

    Sehr schöner Bericht. Danke. Ich bin immer noch etwas hin und her am überlegen, ob ich auch mal mit den Kindern nach Bali reise. Ich höre so viel Widersprüchliches. Meine große Tochter war, bevor wir alle zusammen in Thailand waren, in Bali. Ihr hatte es in Thailand besser gefallen. Trotzdem bleibe ich neugierig. Mal sehen. Euer Bericht macht Lust.



    • Veröffentlich von Enrico Otto am 14. Oktober 2016 um 16:41

      Danke für den positiven Kommentar. Ich finde Bali super als Start für unsere Reise, da ein einfacher Einstieg in die fremde Kultur Asiens möglich ist. Hier ist es touristisch gut erschlossen. Hab aber noch keinen Vergleich zu Thailand. In Thailand sind die Strände aber sicher besser als hier. Dafür sind die Locals unheimlich freundlich und wir fühlen uns sehr wohl hier. In Thailand ist halt gerade Regenzeit, daher wurde Bali unser erstes Reiseziel.

      Liebe Grüße Mandy